Photovoltaikanlagen auf Altbauten werden immer beliebter. Die Aussicht, saubere Energie zu erzeugen und von der Sonne zu profitieren, ist besonders verlockend – vor allem, da die Energiepreise steigen. Doch bevor Sie starten, gibt es einige wichtige Punkte, die Sie beachten sollten.
Hier erfahren Sie ausführlich, was Sie wissen müssen, um eine Photovoltaikanlage auf Ihrem Altbau zu installieren.
Der erste Schritt bei der Planung einer Photovoltaikanlage ist die Überprüfung der Statik des Daches. Altbauten sind oft nicht auf zusätzliche Lasten ausgelegt, da Dächer damals nicht dafür geplant wurden, schweres Gewicht zu tragen.
Moderne Photovoltaikmodule wiegen etwa 15 bis 20 Kilogramm pro Quadratmeter, und zusätzlich kommen noch das Gewicht der Montagestruktur und potenzieller Schneelast im Winter hinzu.
Es ist ratsam, einen Statiker zu Rate zu ziehen, der die Tragfähigkeit des Dachstuhls beurteilt. Eine professionelle Einschätzung der Dachkonstruktion ist besonders bei Altbauten wichtig, da Holzbalken durch Alterung ihre Festigkeit verlieren können.
Falls erforderlich, kann der Statiker Verstärkungsmaßnahmen empfehlen. Eine stabile Dachstruktur ist die absolute Grundvoraussetzung für eine sichere und langfristig funktionsfähige Photovoltaikanlage.
Weitere wichtige Punkte sind die Ausrichtung und Neigung Ihres Daches. Die ideale Himmelsrichtung für Photovoltaikanlagen ist Süden, da die Module so die meiste Sonneneinstrahlung erhalten. Doch auch Ost- und Westausrichtungen sind für Photovoltaikanlagen geeignet, insbesondere, wenn die Dachfläche ausreichend groß ist.
Die optimale Neigung für eine Photovoltaikanlage in Deutschland liegt zwischen 25 und 35 Grad. Damit wird das Sonnenlicht bestmöglich genutzt. Steilere Dächer sind ebenfalls nutzbar, aber bei extrem steilen oder flachen Dachneigungen kann die Ausbeute niedriger sein.
Auf flachen Dächern gibt es die Möglichkeit, die Module in einem schrägen Winkel zu installieren, um eine bessere Energieausbeute zu erzielen.
Viele Altbauten stehen unter Denkmalschutz. Hier kann es Einschränkungen geben, die den Einbau einer Photovoltaikanlage betreffen. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeinde oder beim Denkmalschutzamt, ob für Ihr Gebäude bestimmte Auflagen gelten.
In vielen Fällen müssen Änderungen an der Dachstruktur oder an der Außenansicht eines denkmalgeschützten Gebäudes genehmigt werden.
Denkmalschutzauflagen sind jedoch kein vollständiges Hindernis für Photovoltaik. Manchmal lassen sich Module so montieren, dass sie nicht von der Straße aus sichtbar sind. In manchen Städten und Gemeinden gibt es auch Förderprogramme für nachhaltige Sanierungen bei denkmalgeschützten Gebäuden.
Bei Altbauten spielt oft die Ästhetik eine wichtige Rolle. Traditionelle Dachmaterialien wie Schiefer oder rote Ziegel sollten möglichst unauffällig bleiben. Hier bieten sich spezielle, optisch angepasste Solarmodule an, die sich gut in die Dachstruktur einfügen.
Es gibt mittlerweile Solarmodule in verschiedenen Farben oder sogenannte Indach-Systeme, bei denen die Module wie Dachziegel aussehen und direkt in die Dachkonstruktion integriert werden.
Abgesehen von der Ästhetik, sollten Sie auch auf die Effizienz der Module achten. Hochleistungsmodule produzieren auf kleiner Fläche mehr Strom und sind daher besonders für Dächer mit begrenzter Fläche ideal. Informieren Sie sich über die verschiedenen Typen und lassen Sie sich beraten, um die beste Option für Ihr Dach zu finden.
Photovoltaikanlagen erzeugen Gleichstrom, den Ihre Haushaltsgeräte jedoch nicht direkt nutzen können. Ein Wechselrichter wandelt diesen in den benötigten Wechselstrom um. Gerade bei Altbauten ist es wichtig, dass die elektrische Anlage des Hauses auf dem neuesten Stand ist und für die Integration einer Photovoltaikanlage geeignet ist.
Lassen Sie die elektrische Anlage des Hauses von einem Fachmann überprüfen, der sicherstellen kann, dass die Verkabelung und Sicherungen den modernen Anforderungen entsprechen. Ein veraltetes System könnte die Sicherheit der Anlage beeinträchtigen und muss möglicherweise modernisiert werden.
Denken Sie auch an einen Batteriespeicher, falls Sie überschüssige Energie speichern möchten.
Obwohl Photovoltaikanlagen in der Regel wenig Wartung benötigen, kann bei Altbauten aufgrund von alten Materialien und der Dachkonstruktion eine regelmäßige Überprüfung sinnvoll sein. Achten Sie darauf, dass die Module sauber sind und keine Verschattung durch umliegende Gebäude oder Bäume besteht.
Eine jährliche Inspektion ist ratsam, um mögliche Schäden oder Abnutzung frühzeitig zu erkennen. Das Dach eines Altbaus sollte ohnehin regelmäßig kontrolliert werden, da alternde Materialien anfälliger für Beschädigungen sind.
Die Module können von einem Fachbetrieb gereinigt werden, wenn sich hartnäckiger Schmutz angesammelt hat.
Für die Installation einer Photovoltaikanlage auf einem Altbau gibt es verschiedene Fördermöglichkeiten. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet zinsgünstige Darlehen und Zuschüsse für Solaranlagen und Batteriespeicher an.
Einige Bundesländer und Kommunen bieten zusätzliche Förderprogramme, besonders wenn das Gebäude denkmalgeschützt ist oder im Rahmen einer energetischen Sanierung aufgewertet wird.
Auch die Einspeisevergütung ist für viele ein wichtiger Anreiz. Sie können den überschüssigen Strom ins öffentliche Netz einspeisen und dafür eine Vergütung erhalten. Diese fällt allerdings Jahr für Jahr geringer aus. Dennoch kann die Einspeisung dazu beitragen, die Investitionskosten langfristig zu amortisieren.
Eine Photovoltaikanlage auf einem Altbau ist eine attraktive Möglichkeit, den Wert Ihrer Immobilie zu steigern und gleichzeitig einen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Auch wenn es bei Altbauten einige zusätzliche Herausforderungen gibt, lassen sich die meisten Hürden mit der richtigen Planung und professioneller Unterstützung meistern.
Nutzen Sie die vorhandenen Ressourcen: Eine statische Überprüfung und die Einholung von Genehmigungen sind unerlässlich, ebenso wie die Auswahl passender Module, die Ästhetik und Effizienz vereinen. So wird Ihre Investition in erneuerbare Energie nicht nur umweltfreundlich, sondern auch optisch ansprechend.
Nicht unbedingt. Es hängt von der Dachstatik, Ausrichtung und dem Zustand des Gebäudes ab. Ein Statiker sollte das Dach begutachten, um sicherzustellen, dass es das zusätzliche Gewicht der Solarmodule tragen kann.
In vielen Fällen ja, aber es gibt spezielle Auflagen. Die Genehmigung durch das Denkmalschutzamt ist oft erforderlich, und die Module müssen manchmal so angebracht werden, dass sie das Erscheinungsbild des Gebäudes nicht beeinträchtigen.
Photovoltaikmodule wiegen etwa 15 bis 20 Kilogramm pro Quadratmeter. Ein Statiker kann feststellen, ob das Dach für diese Last geeignet ist oder ob Verstärkungsmaßnahmen notwendig sind.
Südausrichtungen sind ideal, da sie die höchste Energieausbeute bringen. Auch Ost- und Westausrichtungen können jedoch gut geeignet sein, vor allem bei einer ausreichend großen Dachfläche.
Eine Neigung von 25 bis 35 Grad ist optimal für Photovoltaikanlagen in Deutschland. Sehr flache oder extrem steile Dächer sind weniger effizient, können aber oft mit passenden Montagesystemen optimiert werden.
Ja, es gibt optisch angepasste Module und sogenannte Indach-Systeme, die wie Dachziegel aussehen und direkt in das Dach integriert werden können. Diese sind ästhetisch ansprechend und eignen sich besonders für historische Gebäude.
Ja, durch die Installation eines Batteriespeichers können Sie überschüssige Energie speichern und bei Bedarf selbst nutzen. So machen Sie sich unabhängiger vom Stromnetz und nutzen Ihre Solaranlage noch effizienter.
Eine Überprüfung und gegebenenfalls Modernisierung der elektrischen Anlage des Hauses ist oft sinnvoll, um sicherzustellen, dass die Verkabelung den aktuellen Anforderungen entspricht und keine Sicherheitsrisiken bestehen.
Photovoltaikanlagen benötigen wenig Wartung. Eine jährliche Kontrolle des Daches und der Module ist jedoch ratsam, besonders bei Altbauten, um Alterung und mögliche Beschädigungen frühzeitig zu erkennen.
Es gibt verschiedene Förderungen durch die KfW, Bundesländer und Kommunen, die zinsgünstige Kredite und Zuschüsse anbieten. Besonders für denkmalgeschützte Gebäude und im Rahmen energetischer Sanierungen sind zusätzliche Förderungen möglich.
Ja, durch die Einspeisung überschüssiger Energie ins öffentliche Netz können Sie Einnahmen generieren, die zur Amortisierung der Anlage beitragen. Die Vergütung ist jedoch in den letzten Jahren gesunken, sodass sich ein eigener Stromverbrauch oft mehr lohnt.
Je nach Gebäudealter und Standort kann eine Baugenehmigung erforderlich sein, besonders bei denkmalgeschützten Gebäuden. Wenden Sie sich am besten an die zuständige Baubehörde oder das Denkmalschutzamt, um die Anforderungen zu klären.
Die Kosten variieren stark, abhängig von der Dachfläche, den Modultypen und eventuellen Anpassungen am Dach. Im Durchschnitt liegt die Investition bei etwa 10.000 bis 25.000 Euro.